Jakobsweg 2016

Ausbruch aus der Alltagswelt

Lange schon trieb mich der starke Gedanken um, endlich einmal aus der Alltagswelt auszubrechen, mich ganz auf mich selbst zurückzuziehen und einen Weg der spirituellen Suche zu gehen. Folgendes schrieb ich dazu vor Reisebeginn in mein Tagebuch, das auf dem Weg mein ständiger Begleiter sein sollte:

 

Warum ich diesen Weg gehe?

Die Frage ist gut. Hoffentlich werden es meine Antworten darauf auch sein. Am Ende dann. Wenn ich ihn gegangen bin. Jetzt, da ich kurz davor bin, meinen Weg zu beginnen, bin ich erstmal auf der Suche nach Antworten. Und eine davon ist: "Der Weg ist das Ziel." Ich gehe also, um Antworten zu erhalten. Essentielle Antworten. Auf all die Fragen meines Lebens, die tief in mir brennen.

 

Antworten wollte ich also finden auf all die nagenden Fragen, und auch ein Stück zu mir selbst finden. Ein Freund hatte mir von seinen Erlebnissen vom Jakobsweg erzählt und so war es für mich nur eine Frage der Zeit, bis ich mich selbst auf den Weg machen würde...

 

Eine weite Reise...

Viel hatte ich mir vorgenommen, denn ursprünglich wollte ich die über 2700 km bis Santiago komplett durchwandern. Man sagt, dass der Camino vor der eigenen Haustür beginnt, und diesen Vorschlag nahm ich mir zu Herzen. Zwar wanderte ich nicht direkt in Zirndorf los, doch ließ ich mich von meiner Mutter ins nahe Abenberg fahren, wo mein langer Weg schließlich begann...

Tag 1 (12.08.2016): Abenberg - Gunzenhausen (30,5 km)

Für die erste Etappe hatte ich mir gleich einen echten Härtetest ausgesucht. Ich wusste, dass es später in Spanien normal sein würde, etwa 30 km am Tag zu wandern und man teilweise auch länger gehen müsste (in der Meseta, wo kaum jemand lebt), bis man die nächste Herberge erreicht. Also dachte ich mir, gleich ins kalte Wasser springen...

Die erste geplante Etappe war von Abenberg nach Gunzenhausen, gut 30 km. In Abenberg würde ich mich dann mit Phil, meinem ältesten Freund treffen, der mich dann auf dem Jakobsweg bis nach Konstanz begleitete.

Immer der Jakobsmuschel nach, die mein ständiger Freund und Begleiter werden sollte, begann ich also meine Wanderung.

Mein erster Zwischenbericht an Tag 1 sah in etwa wie folgt aus:

 

Ich kann noch nicht viel "Spirituelles" berichten. Das Wichtigste zunächst einmal: ich habe mich auf den Weg gemacht. Und jeder Weg beginnt mit einem ersten Schritt.

 

Die erste richtig interessante Station war Burg Wernfels, ein Ort, der mich in meine eigene Vergangenheit zurückführte, denn dort war ich in der vierten Klasse erstmals in einem Schullandheim gewesen. Leider machte ich dort auch gleich mal eine der Erfahrungen, die ich später auf dem deutschen Jakobsweg noch öfter machen sollte: Aufgrund der äußerst schlechten und unklaren Beschilderung (nicht immer kann man der Muschel so gut folgen wie auf obigem Bild) verlief ich mich und musste fast 400m zurück den sehr steilen Weg zur Burg nehmen.

 

Ansonsten ist nicht viel zu sagen zum Weg, außer dass ich mich tatsächlich ein wenig übernommen habe. Man hatte mich gewarnt, gleich mit einer 30km Etappe zu beginnen, doch der Ehrgeiz hatte mich gepackt und ich wollte es schaffen. Ich schaffte es auch, doch ich war völlig hinüber, als ich gegen Nachmittag in Gunzenhausen ankam.

 

Da Sommerferien waren und viele Leute am Altmühlsee waren, war es schwer, eine Unterkunft zu finden. Dies würde das zweite große Problem des Weges in Deutschland sein, die fehlende Infrastruktur für Pilger. In Gunzenhausen traf ich mich jedoch mit Phil, meinem ältesten Freund, den ich schon seit meiner Einschulung 1991 kenne. Wir würden den weiten Weg bis Konstanz zusammen gehen. Da er ein Zelt dabei hatte, fanden wir eine günstige Übernachtungsmöglichkeit auf dem Campingplatz am See.

Tag 2 (13.08.2016): Gunzenhausen - Heidenheim (17 km)

Tag 3 (14.08.2016): Heidenheim - Oettingen (18,5 km)

Tag 4 (15.08.2016): Oettingen - Nördlingen (25,5 km)

Tag 5 (16.08.2016): Nördlingen - Neresheim (24 km)

Tag 6 (17.08.2016): Neresheim - Giengen (20,5 km)

Tag 7 (18.08.2016): Giengen - Nerenstetten - Ulm (22,5 km)

Tag 8 (19.08.2016): Ulm

Tag 9 (20.08.2016): Ulm - Oberdischingen (21 km)

Tag 10 (21.08.2016): Oberdischingen - Äpfingen (22,5 km)

Tag 11 (22.08.2016): Äpfingen - Steinhausen (27 km)

Tag 12 (23.08.2016): Steinhausen - Bad Waldsee (22,5 km)

Tag 13 (24.08.2016): Bad Waldsee - Ravensburg (27,5 km)

Tag 14 (25.08.2016): Ravensburg

Tag 15 (26.08.2016): Ravensburg - Markdorf (32 km)

Tag 16 (27.08.2016): Markdorf - Meersburg - Konstanz (25 km)


Tage 17/18 (28/29.08.2016): Konstanz

Tage 19 (30.08.2016): Konstanz - Lyon

Tage 20 (31.08.2016): Lyon -  Paris - St.-Jean-Pied-de-Port


Tage 21 (01.09.2016): St.-Jean-Pied-de-Port - Roncesvalles (24,9 km)

Tage 22 (02.09.2016): Roncesvalles - Larasoaña (27 km)

Tage 23 (03.09.2016): Larasoaña - Cizur Menor (20 km)

Tage 24 (04.09.2016): Cizur Menor - Cirauqui (23,9 km)

Tage 25 (05.09.2016): Cirauqui - Los Arcos (38,1 km)

Tage 26 (06.09.2016): Los Arcos - Logroño (30 km)

Tage 27 (07.09.2016): Logroño

Tage 28 (08.09.2016): Logroño - Nájera (30 km)

Tage 29 (09.09.2016): Nájera - Redecilla del Camino (32 km)

Tage 30 (10.09.2016): Redecilla del Camino - San Juan de Ortega (34 km)

Tage 31 (11.09.2016): San Juan de Ortega - Burgos (26,7 km)


Tage 32 (12.09.2016): Burgos - Ponferrada


Tage 33 (13.09.2016): Ponferrada - Villafranca del Bierzo (25 km)

Tage 34 (14.09.2016): Villafranca del Bierzo - O Cebreiro (28 km)

Tage 35 (15.09.2016): O Cebreiro - Barbadelo (50 km)

Tage 36 (16.09.2016): Barbadelo - Hospital da Cruz (29,6 km)

Tage 37 (17.09.2016): Hospital da Cruz - Mélide (28,1 km)

Tage 38 (18.09.2016): Mélide - Pedrouzo (33 km)

Tage 39 (19.09.2016): Pedrouzo - Santiago de Compostela (19 km)


Tage 40 (20.09.2016): Santiago de Compostela

Tage 41 (21.09.2016): Santiago de Compostela - Madrid - Frankfurt - Nürnberg