Tag 4

Zams - Braunschweiger Hütte

Heute Nacht haben wir super geschlafen und am Morgen ein ausgiebiges Frühstück genossen. Danach hätten wir zwei Optionen gehabt: Mit der Seilbahn zur Bergstation Krahberg (2208 m) hinauffahren oder einen schlecht markierten und mühsamen Weg über die Skipiste hinauf an denselben Ort nehmen. Auch hier tendierte ich ursprünglich dazu, so wenig wie möglich zu fahren und viel zu gehen, doch letztlich siegte die Vernunft. Uns stand die zeitlich längste Etappe des Weges bevor und wir hätten es niemals an einem Tag dorthin geschafft, wenn wir nicht die Seilbahn genommen hätten. Also schlossen wir uns wieder der Masse an und fuhren mir der Seilbahn hinauf.

Aufgrund des ausgiebigen Frühstücks verpassten wir die erste Bahn, die um 8 Uhr fuhr. Zwar sollte angeblich die nächste um halb 9 fahren, doch die Information war falsch und so konnten wir erst gegen 9 hochfahren. Um ca. 9.15 kamen wir oben an. Dort hatte es -2 Grad und es schneite leicht! Ich war ganz dankbar für meinen Schal und die Handschuhe.

Als nächstes stand nun erstmal ein leichter Anstieg über drei Gipfel (Glanderspitze, Wannejöchl und Kreuzjoch) an.

Wir wanderten förmlich auf dem Grat, während links und rechts neben uns der Berg steil in die Tiefe abfiel. Zahlreiche faszinierende Ausblicke boten sich uns und eine derartige Gratwanderung ist auf jeden Fall eine Erfahrung, die man eimal gemacht haben muss.

Im Nachhinein betrachtet wäre es jedoch angesichts unserer dann extrem späten Ankunft auf der Braunschweiger Hütte wohl klüger gewesen, wie die meisten Leute den etwa 1 Std. kürzeren Panoramarundweg zu nehmen.

Beim Abstieg nach Wenns legten wir wieder eine erstklassige Zeit hin und verbrachten unsere Pause auf einer weiteren Alm, wo wir uns mit der netten Wirtin verquatschten. Unser Plan war es, die 30 km von Wenns nach Mittenberg mit dem Bus zu fahren und so das zwar sehr schöne, aber auch ebene und wenig anspruchsvolle, Pitztal hinter uns zu lassen.

Leider wussten wir die genaue Abfahrtszeit des Busses nicht und hatten auch vergessen, diese auf der Alm zu erfragen. So kam es, dass wir ihn wegen wenigen Minuten verpassten. Weil Sonntag war, mussten wir fast einandhalb Stunden auf den nächsten warten. Wir nutzen die Zeit für eine ausgiebige Rast, doch es war erst 15.10 Uhr, als der Bus dann endlich kam, und schon nach 16 Uhr, als wir Mittelberg erreichten.

 

So gingen wir also ziemlich spät den letzten Aufstieg zur Braunschweiger Hütte an, stets von den letzten Strahlen der untergehenden Sonne begleitet. Anfangs ging der Weg noch sehr flach und an einem malerischen Wasserfall vorbei, doch er wurde immer steiler und beinhaltete schließlich immer mehr Schnee- und Kletterpartien.

Die Ermüdung durch die lange Gehzeit kam noch hinzu und so stand ich gefühlt mehrfach kurz vor dem Kollaps. Zwischenzeitlich halfen mir Phils Stöcke wieder ein wenig, doch im Großen und Ganzen schleppte ich mich irgendwie hinauf zur Hütte und schlug innerlich drei Kreuze, als ich endlich da war. Ich war wirklich völlig am Ende meiner Kräfte und es war schon so spät, dass wir beinahe kein warmes Abendessen mehr bekommen hätten. Also duschten wir in Rekordzeit und begaben uns nach unten in die volle Gaststube, wo wir jede Menge vertrauter Gesichter wiederfanden.

Das Ziel der vierten Tagesetappe: Die in Schnee getauchte Braunschweiger Hütte auf 2759 m
Das Ziel der vierten Tagesetappe: Die in Schnee getauchte Braunschweiger Hütte auf 2759 m