Szenario 6

Das Ermittler-Team

Prolog

Die Bewohner von Dunwich sehen es nicht gerade gerne, wenn man zu viele Fragen stellt, besonders nicht als Fremde. Jim, Leo und Agnes haben sich in das verschlafene Nest aufgemacht, um rätselhafte Vorgänge aufzuklären, denn es heißt, dass sonst friedliche Herdentiere plötzlich in blutige Raserei verfallen oder einfach spurlos verschwinden.

 

Außerdem wird von für die Jahreszeit untypischen Gewitterstürmen erzählt, die über dem Sentinel Hill außerhalb des Dorfes aufblitzen. Die Einheimischen antworten nur ausweichend auf die Fragen und es ist klar, dass sie definitiv etwas zu verbergen haben.

 

Nach ihrem unfreundlichen Verhalten ist es nicht verwunderlich, dass sie die Ermittler mitten in der Nacht überfallen, doch es sind einfach zu viele, sodass das Trio rasch überwältigt wird...

Der Kerker

Die Charaktere erwachen in einer verschlossenen Zelle, stellen jedoch fest, dass die Kultisten ihnen - warum auch immer - sämtliche Ausrüstung gelassen haben. Neben ihnen ist auch noch ein älterer Herr darin, der sich als Zebulon Whateley vorstellt. Dieser weiß einiges über Dunwich und die seltsamen Vorgänge zu berichten. Der alte Whateley, ein Verwandter von ihm, ist der Anführer eines finsteren Kults und hat völlig den Verstand verloren. Er führt allerlei Experimente an Tieren durch und möchte Mächte anrufen, die besser verborgen blieben - Yog-Sothoth, wie sich später herausstellen wird! Doch nicht nur das, ausgerechnet in dieser Nacht wird der Alte vermutlich sein Ritual auf dem Sentinel Hill abhalten und das grausige Werk vollenden, das er begonnen hat. Von draußen dringt seltsames Licht in den Kerker und Zebulon weiß zu berichten, dass seit dieses eigenartige Leuchten um die Whateley Farm erschien, die Seltsamkeiten ihren Anfang nahmen. Offenbar hat sein Verwandter Wege gefunden, Tieren eine unnatürlicher Stärke zu verleihen, und nun verändern seine Experimente sogar das Wetter!

 

Man beschließt, gemeinsam auszubrechen und dann dem Treiben des alten Whateley Einhalt zu gebieten. Das Schloss der Tür ist leicht geknackt und auch die herbeieilende Wache des Kults rasch überwältigt. Neben einem grausig verstümmelten Tier, von dem ein eigenartiger dicker Schleim tropft - wohl ein fehlgeschlagenes Experiment des alten Whateley -, finden die Ermittler bei dem Wächter, dessen Leiche zu einer abartigen schwarzen Masse zerfließt, auch einen silbernen Schlüssel. Dieser öffnet nicht nur eine Tür, die aus dem Kerker nach draußen führt, sondern scheint auch als Kultsymbol zu fungieren.

Die Brücke

Nachdem die Gruppe ins Freie tritt, entdeckt sie eine Brücke über den Bishop's Brook. Im Westen geht es tiefer in einen Wald, während ein Pfad nach Süden den Fluss entlang führt. Auf der anderen Seite, am östlichen Ufer, ist bereits der Sentinel Hill erkennbar, der majestätisch in den Nachthimmel ragt.

 

Die Ermittler beraten sich mit Zebulon, der zur Eile drängt. Er weist darauf hin, dass die Sterne irgendwie anders sind - sie scheinen unnatürlich nahe zu sein! Nach dem Grund für seine Gefangennahme gefragt, eröffnet er, dass er sich den Fanatikern zum Schein angeschlossen habe, um ihre wahren Beweggründe in Erfahrung zu bringen. Nach einem Sabotageakt habe man ihn gefangengenommen und in den Kerker geworfen, wo er, genau wie die Charaktere, als Testperson für ein blasphemisches Ritual vorgesehen war.

Plötzlich unterbricht ein tierisches Geschrei die nächtliche Stille und die Gruppe kann entsetzt in der Dunkelheit der Brücke eine Gestalt ausmachen, die wie eine blasphemische Mischung aus Mensch und Ziege wirkt. Die monströse Kreatur setzt zum Angriff an! Nachdem die Ermittler ihr den Garaus gemacht haben, zerfällt auch sie wie der Kultist zu einer Masse aus widerlichem schwarzen Schleim, von der sich Leo eine Probe mitnimmt. Auf der Brücke liegen auch noch die verschlüsselten Aufzeichnungen des alten Whateley. Nach einigem Rätseln finden die Ermittler heraus, dass der verrückte Alte nicht nur Erfolg mit seinen Tierversuchen hatte, sondern inzwischen auch versucht, eine jenseitige Macht zu beherrschen.

Erkundungen

Das Trio sucht zusammen mit Zebulon die Umgebung nach weiteren Spuren ab. Zunächst begibt man sich in den westlichen Wald. Agnes interessiert sich für einen Baum, in dessen Rinde seltsame Glyphen geritzt wurden. Aus letzteren gelingt es ihr nach einigem Rätseln, einen magischen Zauberspruch zu lernen! Ansonsten gibt es auffällig viele Nachtschwalben im Wald und die Charaktere erinnern sich an Gerüchte, die besagen, dass diese Diener einer höheren Macht seien. Eine gewaltige Schneise der Zerstörung, die zwischen den Bäumen hindurchführt, ist unübersehbar. Es wirkt, als sei ein Tornado hindurchgefegt. Ein einzelner riesiger Fußabdruck, der in der Dunkelheit zu glühen scheint, ist der einzige Hinweis auf einen potenziellen Verurusacher der Verwüstung. Daneben findet sich zudem auch noch ein Kultamulett. Südlich der Brücke entdeckt Leo ein uraltes morsches Boot sowie jede Menge Dynamit, das in einem geölten Lederbeutel wasserdicht verschlossen war.

Der Sentinel Hill

Schließlich macht sich die Gruppe zum Sentinel Hill auf. Eine dunkle Linie führt von der Spitze des Hügels den ganzen Berg hinab - offensichtlich vom Blut zahlreicher geopferter Tiere! Oben angekommen, findet sich ein Altar aus weißem Flussgestein, in dessen Mitte eine Vertiefung - vermutlich als eine Opferschale - eingelassen ist. Glühende violette Runen bedecken den Rand, doch vom alten Whateley fehlt jede Spur.

 

Während die Ermittler sich am Altar zu schaffen machen, schlägt plötzlich wie aus heiterem Himmel ein gewaltiger Blitz in einen nahen Baum ein und entfacht sofort ein infernalisches Feuer. Trotz des Zeitdrucks geling es ihnen, die Schutzglyphen zu deaktivieren und den unheiligen Altar schließlich mit bloßer Körperkraft zu vernichten. Dann erbebt der Berg, ganz so als würde der Sentinel Hill im Todeskrampf des Altars zusammenzucken, und der wütende Hexenmeister taucht doch noch auf. Er verflucht die Ermittler für ihr leichtsinniges Eingreifen, denn nun könne niemand mehr "es" kontrollieren.

 

Anschließend liefern sich die beiden Whateleys sofort ein heftiges Duell. Nach kurzer Zeit schlägt ein weiterer Blitz ein und mit einem Mal ist Zebulon spurlos verschwunden. Der alte Whateley jedoch stirbt unter entsetzlichem Geschrei und die Ermittler müssen das nun schon bekannte Spektakel mitansehen, bei dem der Körper in eine abartig stinkende Masse öligen schwarzen Schleims zerfällt.

Einen kurzen Augenblick lang herrscht gespenstische Stille auf dem Sentinel Hill, doch dann zerreißt auch schon ein markerschütterndes und schmerzerfülltes Heulen die Nacht. Bäume werden umgeknickt und etwas sehr Großes nähert sich rasch den Überresten des einstigen Altars. Zwar geschwächt durch die Zerstörung des Heiligtums und die Vernichtung seines Beherrschers, erhebt sich eine namenlose Kreatur in all ihrer Entsetzlichkeit vor den Charakteren in die Höhe: der Schrecken von Dunwich, Yog-Sothoths nicht-menschlicher Sohn, wurde entfesselt!

 

Die Ermittler werfen der Bestie Dynamit entgegen und Feuern sämltiche Kugeln einer im Wald gefundenen Jagdflinte ab. Agnes schleudert der Kreatur Zauber um Zauber entgegen, und Lilys Fäuste treffen immer wieder verwundbare Stellen in der Masse aus Mündern, Augen und Klauen, bis das entsetzliche Ding aus einer anderen Dimension seinen Todesschrei den Sternen entgegen brüllt.

Epilog

Mit dem letzten Atemzug des Schreckens von Dunwich schießt erneut ein Blitz vom Himmel herab und schlägt exakt dort ein, wo die Unkreatur verstarb. Geblendet weicht das Trio ein paar Schritte zurück.

 

Als die Ermittler wieder sehen können, stellen sie fest, dass der Körper von Yog-Sothoths Sohn verschwunden ist, genau wie alle Spuren und Anzeichen auf den Kult, dessen Anführer Whateley wohl war. Lily, Jimmy und Leo versichern sich gegenseitig, dass das niemand hätte überleben können...

 

Der morgen dämmert bereits, als die Drei sich auf den Rückweg nach Arkham machen. Zuhause angekommen, legen sie sich einen guten Wachhund zu und bleiben wachsam für den Fall, dass die abartige Monstrosität eines Tages doch ihren Weg zurück in unsere Welt finden wird.