James Blish

"More Light"


Über den Autor

James Blish (1921-1975) war ein amerikanischer Science-Fiction-Autor. Unter dem Pseudonym "William Atheling jr." war er zudem als Kritiker im Bereich der Science-Fiction-Literatur aktiv.

 

Hastur und der Cthulhu-Mythos

Hastur ist nur eine der zahlreichen Bezeichnungen für eine geheimnisvollen Entität des Cthulhu-Mythos. Erstmals erwähnt wird der Name bei Ambrose Bierce in der Kurzgeschichte "Haita the Shepherd" (1893). Robert W. Chambers verwendete den Namen dann später systematisch in seiner Geschichtensammlung "The King in Yellow" (1895). Bei H. P. Lovecraft kommt er ebenfalls kurz in "The Whisperer in Darkness" (1931) vor, jedoch nur als Hommage an Chambers.

 

Plot

Der Text handelt auf zwei Erzählebenen. In der Rahmenerzählung, die den kleineren Teil der Geschichte bildet, trifft der Protagonist auf seinen alten Bekannten Bill Atheling, einen Literaturkritiker. Dieser behauptet in jungen Jahren, als er ein glühender Verehrer Lovecrafts war, einen Briefwechsel mit diesem geführt zu haben und dadurch in den Besitz eines unveröffentlichen Werkes gelangt zu sein. Letzteres, ein Theaterstück mit dem Titel "The King in Yellow", sei Lovecrafts literarische Huldigung an Robert W. Chambers.

Der Protagonist glaubt Atheling zunächst nicht und hält das Manuskript für eine Fälschung. Daher folgt er der Einladung seines Freundes in dessen Wohnung und beginnt dort mit der Lektüre das berüchtigten Theaterstücks, das angeblich dem Leser den Wahnsinn bringt und daher niemals gänzlich zu Ende gelesen werden kann.

Der Text des Theaterstücks ist die Binnenerzählung und macht den Großteil der Geschichte aus. Bei immer wieder flackerndem Licht und unter einigem Alkoholkonsum kämpft sich der Protagonist mühsam durch das zweiaktige Drama.

 

Das Theaterstück "The King in Yellow"

Schauplatz ist die Hauptstadt des Königsreichs Hastur, die von den Truppen des verfeindeten Reiches Alar belagert wird. Die Königin Cassilda, debattiert mit ihren Söhnen Uoht und Thale zum wiederholten Male das Problem der Thronfolge. Ihre Tochter Camilla kommt hinzu. Der alte Familienstreit kann erneut nicht gelöst werden, denn eine unheilvolle Prophezeiung kündet davon, dass nach dem letzten Herrscher Aldones der "König in Gelb", eine enigmatische Wesenheit, vor der alle Beteiligten unaussprechliche Angst haben, der nächste Herrscher von Hastur sein wird. Mit ihm assoziiert wird auch das Gelbe Zeichen, welches von allen gefürchtet wird, weil das Auffinden dessen ein Vorbote des Untergangs ist.

Camilla überrascht alle Anwesenden mit der Nachricht, dass ein seltsamer Fremder in Hastur angekommen sei, ein beispielloses Ereignis. Trotz der Warnung ihres Hohepriesters Naotalba, dass es sich dabei um einen Spion aus Alar handeln könnte, empfängt die Königin ihn. Als sie ihn erblickt, ist sie schockiert, denn der Fremde trägt nicht nur eine seltsame bleiche Maske, sondern hat das Gelbe Zeichen auf sein Gewand genäht. Im Gespräch offenbart er sich als Yhtill, ein Abgesandter vom Stern Aldebaran. Er behauptet, den König in Gelb ebenso zu hassen, und bietet Cassilda eine Möglichkeit an, den König zu überlisten. Sie solle während eines Maskenballes die Thronfolge verkünden, wo alle Anwesenden ebenso wie der Fremde eine bleiche Maske tragen. Diese würde den Träger vor dem Zorn des Königs schützen.

Nach anfänglichem Zögern geht Camilla auf das Angebot ein, denn sie hofft auf eine Zukunft für sich und ihr Königreich, in der sie sich nicht mehr vor dem unheilvollen König fürchten muss. Auf dem Maskenball kommt es zu einer seltsamen Begebenheit: Als die Uhr die Stunde schlägt, in der die Thronfolge verkündet werden soll, legen alle Anwesenden ihre Masken ab. Camilla wundert sich über den Fremden und fordert ihn auf, es ebenfalls zu tun, doch dieser offenbart, dass er gar keine Maske trage, sondern diese vielmehr Teil von ihm sei...

Die List des Fremden funktioniert nicht wie geplant und der König in Gelb erscheint dennoch aus Carcosa. Er tötet den Fremden, der ihn durch das Tragen des Gelben Zeichens verspotten wollte, und bestraft Camilla und die Bewohner von Hastur für ihren Ungehorsam. Fortan sind sie verflucht und haben ihre Menschlichkeit verloren. Wie bei dem Fremden werden die Masken ein Teil von ihnen und sie müssen sie fortan für immer tragen.

 

Kurz bevor der Protagonist das Ende des Stückes erreicht, muss er aufgeben. Seine Augen sind zu müde, das ständige An- und Ausgehen der Lichter und der Whiskykonsum fordern ihren Tribut: Er schläft ein. Am nächsten Mittag weckt ihn Atheling und ist erstaunt darüber, dass er bis auf den letzten Absatz, in dem nichts mehr Signifikantes steht, das ganze Werk gelesen hat. Von Problemen mit der Elektrizität weiß er nichts und gibt sogar an, dass die Stromkabel des Hauses erst kürzlich bei einer Generalsanierung erneuert wurden und sich daher in tadellosem Zustand befänden. Verwirrt, verkatert und zutiefst verstört durch die Lektüre des verfluchten Werkes verlässt der Protagonist Athelings Haus.