Literaturwissenschaftliche Forschung

Seit den Anfängen meiner akademischen Karriere beschäftige ich mich mit Forschungsfragen der deut-schen und englischsprachigen Literaturwissenschaft. Dabei interessiere ich mich insbesondere für fol-gende Forschungsfelder: Romantik, Narratologie, Artusroman, Klassik und Barock.

 

Mein Forschungsschwerpunkt lag im Bereich der Neueren Deutschen Literaturwissenschaft. In meiner Masterarbeit verband ich textimmanentes Arbeiten an einem romantischen Text mit narratologischen Fragestellungen. Die Arbeit trägt den Titel Traum vs. Wirklichkeit - Unzuverlässiges Erzählen und die Welt des Wunderbaren in Eichendorffs Marmorbild und wurde im Akademikerverlag publiziert.

 

Momentan verfolge ich zwei Forschungsthesen im Rahmen eines Promotionsvorhabens. Einerseits möch-te ich meine germanistischen Untersuchen zum romantischen Roman in einem narratologischen Kontext fortsetzen, die ich in meiner Masterarbeit begonnen habe. Dabei betrachte ich u. a. Hoffmanns Die Elixiere des Teufels und Der Goldene Topf, sowie Tiecks Der Runenberg genauer. In diesen Texten sind ähnliche Feststellungen bezüglich des unzuverlässigen Erzählens zu machen wie in Eichendorffs Marmorbild, was mich zu dem Versuch gebracht hat, eine gesamtheitliche Beschreibung der Unzuver-lässigkeit in romantischen Texten zu wagen. Der Arbeitstitel des Werkes lautet daher bislang: Unzuver-lässiges Erzählen im romantischen Roman.

 

Mein zweites Projekt hat mit meiner Lektüre des Gesamtwerks von H. P. Lovecraft (siehe oben) zu tun. In fast allen seinen Werken ist mir aufgefallen, dass der Erzähler oder Protagonist der Geschichte (oftmals ist das dieselbe Person) in höchstem Maße als unzuverlässig gelten kann. Lovecraft setzt diese Unsicherheit des Lesers gegenüber der ihm durch die Narration gebotenen Informationen gezielt ein, um beim Adressaten einen Reflektionsprozess in Gang zu setzen. Konkret werden dabei alternative Realitäten oder Welten verhandelt. Der Leser muss sich immer wieder die Frage stellen: Ist die normale Alltagswirklich-keit, in der wir täglich leben, alles oder nur die Spitze des Eisbergs? Gibt es diese obskure, seltsame und erschreckende Welt des Mythos, die Lovecrafts Protagonisten immer wieder, gewollt oder ungewollt, entdecken und erforschen, wirklich? Liegt sie vielleicht gar für uns unsichtbar unter der Wasseroberfläche verborgen und wir ahnen nicht einmal das wahre Ausmaß des Ganzen? Der Arbeitstitel des Werkes lautet: Madness versus Mythos - Unreliable Narration in H. P. Lovecrafts Fiction.